Bericht zum Symposium in Welsberg
Ausverkauf der Heimat...
Das prall gefüllte Paul-Troger-Haus in Welsberg
WELSBERG - Der Südtiroler Schützenbund organisierte am Freitag, dem 23. Februar 2007, ein Symposium unter dem Titel "Stoppt den Ausverkauf der Heimat". Als Austragungsort wurde gezielt ein Dorf im Pustertal ausgewählt, in dem 15 % der Wohnungen Fremden, also nicht in Südtirol ansässigen, gehören: Welsberg. 350 Interessierte waren der Einladung des SSB gefolgt. Diese Tatsache zeigt, dass dieses Thema vielen unter den Nägeln brennt.
|
Dr. Peter Ortner, Obmann des Südtiroler Heimatpflegeverbandes, verwies in seinen Ausführungen auf die Wertigkeit der Heimat und den damit verbundenen Werteverlust. "Für manche ist das schnelle Geld der einzige Wert den sie verfolgen. Die Heimat hat es sich aber nicht verdient, dass aufgrund des Geldes, alles Zerstört und verbaut oder eben verkauft wird." Ortner appellierte zu dem mehr Zivilcourage zu beweisen, wenn es um den Erhalt der Identität der Heimat und der Landschaft geht.
|
|
 Dr. Peter Ortner,Obm. Südtiroler Heimatpflegeverband
|
| |
|
|
|
Weiters zeigte Prof. Dipl.-Ing. Arch. Andreas Gottlieb Hempel anhand zahlreicher Beispiele den Verfall der architektonischen Identität in unserer Heimat auf. Er verurteilte starke Eingriffe in die für die Gegend typische Bauweise durch neue Monsterbauten. Er kritisierte den fehlenden politischen Willen das Thema "Ausverkauf der Heimat" in den Griff zu bekommen. Die Folgen zeichnen sich jetzt schon ab, werden ihr volles Ausmaß aber erst in Jahren deutlich zeigen. Für ein so sensibles Gebiet wie Südtirol, in dem nur 6% der Gesamtfläche überhaupt als Bauland geeignet ist, sei ein Verbot von Freizeitwohnsitzen für nicht Ansässige die beste Lösung. Die Niederlassungsfreiheit für den Hauptwohnsitz sei natürlich EU-Recht und müsse somit gewahrt bleiben. Zum Abschluss zeigte Hempel aber auch Bilder von Neubauten moderner Art, die aufgrund ihrer Anpassung an die Umgebung sehr gut gelungen sind und sich der bestehenden Kulturlandschaft unterordnen.
|
|
 Prof. Dipl.-Ing. Arch. Andreas Gottlieb Hempel
|
| |
|
|
|
Der Bürgermeister von Toblach, Bernhard Mair, berichtete in seinem Referat, dass auch ihm der Ausverkauf der Heimat sehr zu denken gebe. Die Gemeinde habe in den letzten Bauleitplänen einige Schritte dagegen gesetzt, so seien aber immer noch Einträge aus dem Jahre 1972 als Nachwehen der zum Teil auch heute noch bestehenden Bautätigkeit zu vermerken. Er beklagte unter anderem die Grundpreise die in der Gemeinde dadurch sehr hoch seien und so zum Teil für Einheimische unerschwinglich seien. Er appellierte aber auch an die Grundstücks- und Wohnungsbesitzer nicht weiter an Fremde zu verkaufen. Auch er bemängelte die schwammigen Urbanistikgesetzte, welche ihren Beitrag zum Ausverkauf der Heimat leisten.
|
|
 Bernhard Mair, Bürgermeister von Toblach
|
| |
|
|
Bei der anschließenden Diskussion gingen die Referenten auf zahlreiche Fragen ein. Dabei kam deutlich zum Ausdruck, dass in unserem Land die Immobilienlobby starken politischen Einfluss hat. Herr Ortner äußerte auch die Befürchtung, dass dadurch auch das neue Urbanistikgesetz keine wesentlichen Besserungen und viele Schlupflöcher aufweisen könnte. Die momentane Fassung, welche von politischer Seite jedoch noch nicht verabschiedet wurde bezeichnete er als ein "Flickwerk".
Abschließend versuchte Haymo Laner, Referent für Natur- und Heimatschutz das gesagte zusammenzufassen: Es gibt 2 Hauptgründe warum wir ganz energisch gegen den Ausverkauf der Heimat ankämpfen müssen:
-
Weil die Ressource "bebaubarer Grund und Boden" in unserem Land durch die landschaftlichen Verhältnisse knapp ist, und deshalb dem eigenen Volk vorbehalten sein müsse.
-
Weil mit dem Ausverkauf der Heimat zugleich auch ein Identitätsverlust unserer Kulturlandschaft und generell unseres Landes verbunden ist. Das wiederum wird sich negativ auf den Tourismus auswirken und so langfristig auch wirtschaftliche Einbußen zur folge haben.
Lösungen:
-
In erster Linie muss die Politik dieses Problem lösen, indem der Verkauf von Wohnungen an nicht in Südtirol Ansässige massiv eingedämmt oder besser noch ganz untersagt werde. Dafür die notwendigen Mittel und Wege zu finden, sein Aufgabe der Politik.
-
Sicher sei es auch notwendig sich einer Wertediskussion zu stellen, denn es braucht auch die Bereitschaft zu einer gewissen Selbstbescheidung.
-
Zu hoffen ist, dass die Stimmung dieser Veranstaltung an die Öffentlichkeit getragen wird. Sodass die effektiv verantwortlichen Politiker sich auch wirkliche als VOLKS-vertreter erweisen und dementsprechend handeln.
 (v.l.) Bernhard Mair, Prof. Dipl. -Ing. Arch. Andreas Gottlieb Hempel, Dr. Peter Ortner, Lt. Haymo Laner und LKdt. Paul Bacher vom Südtiroler Schützenbund
|
|